eSportPolitik

eSport im NRW-Landtag

Am 03.06.2019 lud die FDP-Fraktion NRW in den Landtag in Düsseldorf ein, um an einem Werkstattgespräch zum Thema eSport teilzunehmen. Selbstverständlich haben auch wir die Einladung angenommen und waren an diesem Abend vor Ort. Neben dem sportpolitischen Sprecher, Andreas Terhaag nahm mit Thomas Nückel auch noch der Fachmann für Medien und Digitalisierung aus den Reihen der nordrhein-westfälischen Freien Demokraten teil. Als Gäste vom Fach durften wir mit Gerrit Stukemeier einen Profi (League of Legends) aus den Reihen von SK-Gaming, mit Jens Wortmann den Vizepräsidenten der Sportjugend des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen und mit Niklas Timmermann den 1. Vizepräsidenten des eSport Bund Deutschland im Gespräch verfolgen.

Während Gerrit anschaulich vom Alltag eines Profis im eSport berichtete und dabei deutlich machte, dass neben dem Training im Spiel selbst vor allen Dingen gesunde Ernährung, Ausgleichssport und ausreichend Schlaf Garanten für den Erfolg darstellen, wurden die Ausführungen von Niklas deutlich politischer.

Klar stellte er heraus, dass in vielen Vereinen Unsicherheit bestehe und der eSport aufgrund der fehlenden Anerkennung der Gemeinnützigkeit über die Abgabenordnung an vielen Stellen nicht dort angeboten werden könne, wo dies gewollt sei. Unterstützung erhielt Niklas aus dem Publikum, als sich eine Dame als Vorsitzende eines über 9.000 Mitglieder fassenden Sportvereins meldete und die klare Forderung an die Politik stellte hier endlich für Rechtssicherheit zu sorgen, da ihr Verein sich „nicht traut“ eSport anzubieten, obwohl eine Vielzahl der Mitglieder sich dies wünscht. Zu groß sei die Angst davor über willkürliche Entscheidungen des Finanzamtes die Gemeinnützigkeit zu verlieren und folglich vor schier unlösbaren Herausforderungen zu stehen.

Jens Wortmann begann seine Ausführungen mit der offiziellen Stellungnahme des Landessportbundes: „eSport ist kein Sport“. Im Laufe des Gesprächs konnte er aber deutlich herausstellen, dass die Meinung von ihm selbst und auch des Landessportbundes keinesfalls hart und unumstößlich sei. Ganz im Gegenteil zeigte er Verständnis für den eSport und gab an, dass der traditionelle Breitensport das Phänomen nicht ignorieren könne. Jens Wortmann selbst machte sich für eine praktikable Lösung für den eSport stark, zeigte aber stets gewisse Distanzen, welche sich insbesondere zeigten, wenn die Argumentationslinien die „Fördertöpfe“ des traditionellen Sports auch für den eSport öffnen würden.  Hier brachte er die Idee einer völlig eigenen Förderung für den eSport ein.

 

Breiter Konsens, aber schwierige politische Bedingungen

 

Wir finden, dass dieses Werkstattgespräch mit anschließendem Imbiss und einer Vorführung von Gerrit sehr gewinnbringend war. Die anwesenden Politiker zeigten sich sehr offen für das Thema, schätzten aber auch realistisch ein, dass dieses Themenfeld insbesondere auf Bundesebene zu diskutieren sei und dort in der aktuellen politischen Situation nicht sehr viel Grund für Optimismus gegeben sei. In NRW werde man sich bemühen, gangbare Lösungen finden zu können, um den Vereinen mehr Sicherheit an die Hand zu geben und ähnlich wie in Hamburg eine Vereinbarung zu finden. Aber auch hier wurde erwähnt, dass das Thema noch nicht in allen politischen Parteien in seiner Größe und Wichtigkeit erfasst wurden sei.

Es bleibt festzuhalten, dass der Politik der Handlungsbedarf gut vermittelt wurde, der Mehrwert von eSport in den Vereinen deutlich herausgestellt werden konnte und ein breiter Konsens für schnelle und praktikable Lösungsfindung vorhanden ist. Wir hoffen, dass derartige Impulse zunehmen und alle Vereine, Teams und letztlich auch der ESBD hier eine Verbesserung für den gesamten eSport erwirken können.

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